 Hockey gehört in Deutschland zu den Randsportarten. Seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2006 im extra für die WM gebauten Hockey-Stadion in Mönchengladbach ist der Sport jedoch in aller Munde. In keiner anderen Mannschaftssportart können deutsche Nationalmannschaften so viele Titel- und Medaillengewinnen vorweisen wie im Hockey. Dies gilt sowohl für männliche als auch weibliche Teams. Das besondere dieser Sportart ist, dass sie sowohl im Freien als auch in der Halle ausgeübt wird. Internationale Meisterschaften finden im Gegensatz zu deutschen Meisterschaften jedoch ausschließlich auf dem "Feld" statt. Die ARD hat auf ihrer Homepage eine Zusammenfassung der wichtigsten Regeln veröffentlicht.
Wie lange dauert eigentlich ein Hockey-Spiel? Ein Spiel hat zwei Halbzeiten mit je 35 Minuten. Die Halbzeitpause dauert zwischen fünf und zehn Minuten.
Wie viele Spieler stehen in einem Team? Die Mannschaften bestehen aus elf Spielern - einem Torwart und zehn Feldspielern. Dazu kommen fünf Auswechselspieler. Es darf beliebig oft gewechselt werden. Es gibt zwei Schiedsrichter.
Wie hoch und breit ist eigentlich ein Tor? Das Tor ist 2,14 Meter hoch und 3,66 Meter breit. Den unteren Bereich bildet das 46 Zentimeter hohe Torbrett.
Und wie groß und schwer ist der Ball? Der Ball ist aus Kunststoff und wiegt zwischen 156 und 163 Gramm. Er hat einen Umfang von 22,4 und 23,5 Zentimetern - hat also einen Durchmesser von 7,1 bis 7,5 Zentimetern.
Wie muss der Schläger aussehen? Der hölzerne Schläger kann bis zu 95 Zentimeter lang sein (angepasst an die Körpergröße des Spielers), darf aber höchstens 795 Gramm wiegen. Am unteren Ende des Schlägers befindet sich die Keule, die auf der einen Seite gewölbt, auf der anderen Seite glatt ist.
Wie sieht das Spielfeld genau aus? Das Spielfeld hat eine Länge von 91,4 Metern und ist 55 Meter breit. Die Mittellinie teilt die Spielfläche in zwei Hälften, die wiederum durch Viertellinien halbiert werden. Der so genannte Schusskreis ist ein von der Tormitte ausgehender Halbkreis mit einem Radius von 14,63 Metern. Der Sieben-Meter-Punkt für Strafstöße ist nur 6,40 Meter vom Tor entfernt. Gespielt wird auf Kunstrasen.
Gibt es, abgesehen vom Schläger, eine besondere Ausrüstung? Nur bei den Torhütern. Die schützen sich durch Helm, Handschuhe, Gesichtsmaske, Beinschienen, verstärkten Schuhen und einem Brustpanzer vor dem Ball. Die Spieler tragen in der Regel Schienbeinschützer, bei Strafecken dürfen sie Gesichtsmasken aufziehen.
Was sind die wichtigsten Regeln? Hockey ist ein körperloses Spiel. Es ist verboten, den Gegner mit dem Schläger oder dem Körper beim Spielen des Balles zu behindern. So verbieten die Regeln, nach dem Stock des Gegners zu schlagen oder zu stoßen. Auch das Abschirmen des Balles mit dem eigenen Körper (Sperren) ist nicht erlaubt. Der Ball darf nur mit der linken, flachen Seite des Schlägers gespielt werden. Ein Tor kann nur erzielt werden, wenn der Schütze den Ball im gegnerischen Schusskreis berührt hat. Es gibt kein Abseits, und es ist nicht erlaubt, den Ball absichtlich ins eigene Tor-Aus zu spielen. Der Schläger darf niemals über Schulterhöhe gehalten werden.
Hat der Torwart Sonderrechte? Ja. Der Torwart darf den Ball innerhalb des Schusskreises außer mit der flachen Schlägerseite mit dem ganzen Körper berühren. Er darf ihn also aufhalten und mit den Füßen wegspielen.
Darf der Ball auch hoch gespielt werden? Ja, aber nur wenn er keinen anderen Spieler gefährdet. Ob dies so ist, entscheiden die Schiedsrichter je nach Situation. Aufs Tor darf hoch geschossen oder geschlenzt werden, auch wenn ein Gegenspieler im Weg steht. Voraussetzung ist jedoch, dass er drei Meter entfernt ist.
Wann gibt es Strafecken? Eine Strafecke oder "kurze Ecke" verhängen die Schiedsrichter, wenn ein Verteidiger im eigenen Schusskreis einen unabsichtlichen Regelverstoß begeht. Auch bei groben Fouls im eigenen Viertel kann es eine Strafecke geben.
Und wie funktioniert eine solche Strafecke? Vier Abwehrspieler und der Torwart stellen sich in oder neben das Tor hinter die Torauslinie. Außerhalb des Schusskreises können sich derweil beliebig viele Angreifer des Gegners postieren. Einer der Angreifer - der Reingeber - steht mit dem Ball 9,14 Meter vom Tor entfernt auf der Grundlinie. Von dort aus spielt er den Ball zurück ins Feld auf seine Mitspieler. Erst danach dürfen die Abwehrspieler den Schusskreis betreten. Die Angreifer müssen den Ball außerhalb des Schusskreises annehmen. Erst dann dürfen sie versuchen, den Ball an den heran stürmenden Verteidigern vorbei im Tor unter zu bringen. Der Ball muss flach geschlagen werden, da er die Torlinie nicht über der Höhe des Torbretts überschreiten darf.
Und wann gibt es Siebenmeter? Nur bei absichtlichen und groben Regel-Verstößen innerhalb des eigenen Schusskreises. Dabei darf der Ball nur aufs Tor geschoben oder geschlenzt, nicht aber geschlagen werden.
Gibt es auch "lange Ecken"? Ja. Eine "lange Ecke" wird gegeben, wenn der Ball von einem Spieler der verteidigenden Mannschaft unabsichtlich über die Torauslinie gespielt wurde. Wird der Ball über die Seitenauslinie gespielt, so wird er von dem Punkt aus, an dem er ins Aus ging, wieder eingeschoben oder eingespielt.
Gibt es auch Karten? Ja. Die Grüne Karte bedeutet eine Verwarnung. Wer eine Gelbe Karte sieht, bekommt eine Zeitstrafe. Die Dauer liegt im Ermessen des Schiedsrichters (zwischen fünf und 15 Minuten). Wer eine Gelb-Rote oder eine Rote Karte bekommt muss für den Rest des Spiels vom Feld. |